Realms Beyond – A classic turn-based fantasy RPG

Kvenland

Das von dichten Nadelwäldern und majestätischen Bergen geprägte Gebiet Kvenlands bevölkern nachfolgend dem Ausbruch des Kataklysmus vornehmlich vier größere Stämme.

Vaden

Am südlichen Ufer des Sees Kallvatn, mitten im Herzen Kvenlands, entstand ob der nicht zuletzt durch das Zusammenkommen verschiedener Wasserwege vorteilhaften Lage eine Handelssiedlung, die den Namen Vadaheim trägt. Da sich nach dem Kataklysmus der Himmel über einige Jahre verfinsterte und Sommer entsprechend ausblieben, sammelte sich auf den Bergen so viel Eis, dass folgend einer Mäßigung der Temperaturen eine große Menge Schmelzwasser für einen bislang anhaltenden Anstieg der Wasser des Sees sorgten, wobei Teile Vadaheims überschwemmt wurden. Stets geschäftig und nicht geneigt, Handelseinbußen als Folge des Verlustes ihrer Heime hinzunehmen, wandelten zahlreiche der Betroffenen ihre Boote behelfsmäßig in Behausungen um. Noch heute leben viele auf diese Art und nutzten den ihrer bekannten Knauserei entgegenkommenden Vorzug einer fahrbaren Unterkunft auf Reisen in die Ferne, um Waren feilzubieten, aber auch anzukaufen. Dabei stehen die meisten Vaden im Dienst einer der beiden mächtigen Familien, die Vadaheim fest im Griff halten. Wer in der Stadt zu leben gedenkt, ist gut beraten, sich für eine Seite zu entscheiden oder läuft Gefahr, den Unmut der Ingvarsons als auch der Grimharsons über sich hereinbrechen zu sehen.  Denn Unabhängigkeit ist nur denen vorbehalten, die die Mittel haben, sie sich zu gönnen. Nachdem eine Fehde beider Häuser sich nachträglich auf das Geschäft auswirkte, gab man Waffenruhe den Vorzug und teilt sich seither selbst in die Gerichtsbarkeit. Wer aber dem anderen ein Geschäft vor der Nase wegschnappt oder es vermag, dem unliebsamen Rivalen auf sonstigem Wege eins auszuwischen, wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

 

Ein bekannter Ausruf der Vaden lautet: “Bei Valons goldenen Äpfeln!”, womit sie ihr Erstaunen über ein erfolgreiches Geschäft von bemerkenswerter Einseitigkeit zum Ausdruck bringen.

Dem zu Grunde liegt die Sage, dass Valon, Schutzgott der Händler wie auch jener, die das Eigentum eines anderen ohne dessen Zustimmung zu dem ihren machen, einem verarmten Greis Beistand leistete. Diesem gehörte nichts als ein öder, felsiger Flecken Land, auf dem lediglich ein dürrer Apfelbaum stand, der nicht länger trug. So innig der Verzweifelte die Hilfe des Gottes erflehte, dass dieser ihn schließlich erhörte. Er gab dem Alten einen Korb mit drei goldenen Äpfeln, die sich aber zu Staub verwandeln würden, so der sie aus der Hand gäbe. Auch dürfe er niemandem verraten, von wem er sie erhalten und sich vor dem dritten Mond nicht seines Landes trennen. Der Alte winkte ab, da niemand seinen unfruchtbaren Boden begehren würde und fragte, was ihm die Äpfel denn taugten, wenn er sie schon nicht zu Geld machen könne. Valon wies ihn an, sie lediglich einmal offen durchs Dorf zu tragen, in der Schenke aber einzuhalten und sich etwas Wein zu gönnen. “Wovon aber zahlen?”, wollte der Alte wissen. “Von den Äpfeln, ohne sie einem anderen zu versprechen”, war die Antwort des Gottes, der hierauf entschwand.

Der Greis tat, wie ihm geheißen und ein jeder war begierig zu erfahren, was es mit den goldenen Äpfeln auf sich habe. Tatsächlich auch schenkte man ihm in der Taverne nicht nur Wein auf Kosten des Hauses ein, sondern tafelte auch die besten Speisen auf. Bald schon fragten immer mehr bei dem Alten an, wieso er noch in seiner kärglichen Hütte lebte und ob sein Land nicht zum Verkauf stünde. Schweren Herzens lehnte der die stetig verlockenderen Angebote ab, wodurch immer verbissener um seine Gunst durch andere gebuhlt wurde. Bald schon bewohnte er eines der prächtigsten Häuser des Dorfs und jene, die ihn bewirteten, ergingen sich in der Hoffnung, sein Land und den vermeintlich im nächsten Frühjahr wieder goldene Äpfel tragenden Baum, schlussendlich ihr Eigen zu nennen. Als dann der dritte Mond vorüber war, nahm er das beste Angebot an, welches nun um ein vielfaches höher lag als noch einen Monat zuvor, wobei im gleichen Augenblick seine drei goldenen Äpfel verschwanden. Was er anderen schuldete, stellte keiner ihm in Rechnung, da es jenen reichte, solch einen wohlhabenden Mann zu ihren Freunden zu zählen. Lediglich dem armen Tropf, der nun seinerseits auf dem kargen Landstrich saß, gab er, nachdem der Baum nichts trug, einen Korb voller Äpfel. Geizig wie er nun war, ausnahmslos verderbliche allerdings, da man schließlich nur wahrlich reich sein kann, wenn andere arm sind – wie jene Vadaheims zu sagen pflegen.

 

Veštani

Die Veštani sind ein friedliebendes Volk, das ein gutes Herz zumeist höher zu schätzen weiß als ein gutes Schwert, für solche sie aber ohnedies keine große Verwendung hegen, da sie im Kampf auf Schild und Speer vertrauen.

In aller Geruhsamkeit kommen sie im Umland der Siedlung Kvilu, die sich im äußersten Osten des Lauernden Waldes befindet, dem Hüten des Viehs, vornehmlich ihrer Schafherden, sowie der Bestellung der Felder nach. Den Abend verbringen sie gemeinsam in trauter Runde, lauschen Flötenweisen und geben Geschichten von nicht selten unheimlicher Eigentümlichkeit zum Besten, was dem großen Hang zum Aberglauben geschuldet sein mag, der ihnen ohne Zweifel zu eigen ist und ihren Priestern Veranlassung zu manchem Kopfschütteln gibt. Doch sind es nicht zuletzt ihre Ältesten, zu denen sie in Ehrfurcht aufsehen, welche am eindringlichsten all dessen warnen, was im Dunkel der Wälder umgehen mag.

Trügerisch auch ist der Eindruck einer unbehelligten Eintracht Kvilus, da die Veštani unter wiederholten Raubzügen der Gauden leiden, mit denen sie bis auf das Messer verfeindet sind.

Längst vermögen Stimmen die der Duldung gemahnen nicht mehr, den Ingrimm jener zu beschwichtigen, die den Tod ihrer Teuren und Verlust ihrer gebrandschatzten Heime beklagen. Vor allem die Jüngeren treibt Unmut um, zumal sie durch Schilderungen der Händler der Vaden mit der Aussicht eines unbeschwerteren Lebens jenseits der Wälder Kvenlands in Berührung kommen.

Gauden

Als die gefürchtetsten und unbarmherzigsten Krieger Kvenlands gelten die Gauden, welche die wilden Breiten nördlich des großen Sees beherrschen. Sie verehren ihren König einem Abgott gleich, seit er in jungen Jahren mutmaßlich einen Drachen auf dem Berge Dauganrög erschlug, was ihm, der vormals Odulf hieß, nicht nur den Rufnamen Sigimer einbrachte, man spricht von ihm seither auch als Drachentöter. Damals gründete er mit seinen Getreuen Güldenheim das sich zur bedeutsamsten Siedlung der Gauden entwickelte.

Des Königs Schatzkammern sind zum Bersten mit allen erdenklichen Kostbarkeiten aber auch allerlei Kuriosem gefüllt, das er stets bedacht ist zu mehren. Vor allem seltene Stücke eines seit langer Zeit untergegangenen Stammes haben es ihm angetan, dessen nur mehr aus schwärmerischen Liedern der Barden bekannter König Hodar, der einst ganz Kvenland beherrscht haben soll und das Reich angeblich bis über die Grenzen hinaus nach Cormac behauptete, ihm ein Leitstern ist. Sigimers Bestreben gilt, es diesem gleich zu tun, wofür er, entgegen seinem Anspruch sich ganz Kvenland zu unterwerfen, bereit ist, sich mit den Vresen und Söldnern Vadaheims als Verbündete in einstweilig friedliches Einvernehmen zu setzen, um Cormacs reiche Liegenschaften des Nordens an sich zu bringen. Unermesslich aber ist sein Zorn auf die Veštani, seit sein Sohn Sigurt bei einem Raubzug, der dem Vieh galt, sein Leben ließ. Erschöpfte sich nicht der Quell der seinen Kriegern in Zeiten der Not einen vollen Magen verheißt, wäre längst er ausgerückt, um Kvilu dem Erdboden gleich zu machen. Der Tag aber mag kommen, da sein reger Wankelmut alle gebotene Vernunft bezwingt und für diese Stunde ist er seit langem gerüstet.

Selbst seiner Tochter Siglind versagte er ein Leben bereichert der Erfüllungen häuslichen Glücks, damit Krieg sie stets bereitfände und Schwert sie führe, nie aber Kind sie halte. Und sei es auch in Gedanken allein, denen nach nichts als dem Blut des Feindes verlangen soll. Daher bestimmte er zur Schwertjungfer sie, solche auf Ahndung durch Steinigung kein Mann in Liebe berühren darf.

 

Vresen

An einer nördlichen Bucht des Sees von Galtan erhebt sich Vindeborg als sowohl größte Stadt Kvenlands wie auch bedeutsamste Siedlung der Vresen, welche als ebensolch ausgezeichnete Schiffbauer wie Seefahrer und unerschrockene Erkunder bekannt sind. Die emsigen Fischer ziehen zudem nicht nur aus, um ihre Netze in den tieferen Gewässern auszulegen, sondern versprechen sich auch von Kaperfahrten guten Fang. Der Ruf eines gefürchteten Plünderers eilt ihnen weithin voraus und besiegelte vor über 200 Jahren nahezu ihren Niedergang. Zu lang stellten sie die Geduld Cormacs auf eine zu große Probe, was in einem vernichtenden Schlag gegen den damaligen Stammesverband gipfelte. Sich einstmals ihrer Unabhängigkeit rühmend, wobei Anführer, die jederzeit abgesetzt werden konnten, durch Wahl bestimmt wurden, legten die Überlebenden folgend der ungleichen Schlacht ihr Geschick in die Hände des Charismatischsten unter ihnen. Unnar Usbek wurde der erste König der Vresen und schwor über den Trümmern des alten Vindeborgs blutige Rache und wenn es auch Generationen währen würde, den Eid zu erfüllen.

Seither galt das Streben der Vresen der Errichtung einer wehrhaften Feste und der Aushebung einer kampferprobten Streitmacht, die einst Vergeltung über Cormac bringen soll. Zwar erlitten die Bemühungen durch den Großen Kataklysmus einen empfindlichen Rückschlag, doch drängt Bjar Rabek, der einflussreichste Berater König Hjörs, darauf, dass die Zeit, das Versprechen des großen Ahnen einzulösen, gekommen sei. Dessen Nachfahre fühlt sich dem alten Schwur verpflichtet, während im Volk Furcht vor einem als aussichtslos empfundenen Krieg wie eine Sehnsucht nach der alten Freiheit im Symbole eines weißen Albatros umgeht, den die Vresen vor dem Königtum auf ihren Bannern trugen und der sich nun als Aufruf zum offenen Widerstand auf Mauern und Pforten mit Kreidestein gezeichnet findet.